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Über Vorbilder – Teil 2

30. Mai 2011  |  Veröffentlicht in Politik, veloheld.

Vor geraumer Zeit hat der Design-Report einen Artikel über den Plagiarius-Award, den Preis für die “besten” Produktkopien, abgedruckt. Der gesamte Artikel ist lesenswert, hervorgehoben sei hier allerdings nur der Abschnitt über den geschichtlichen Hintergrund des Kopierens in China. Darin heißt es:

“Der Prozess des Kopierens lag der Wertschätzung zu Grunde, die in der traditionellen chinesischen Kunst den Autoritäten der Vergangenheit entgegengebracht wurde“, schreibt Cary Y. Liu, Kuratorin für asiatische Kunst am Princeton University Art Museum. Chinesische Kalligrafen üben noch heute bis zu 20 Jahre lang nichts anderes, als die Schriftzeichen herausragender Kalligrafen der Vergangenheit zu kopieren. Liu stellt aber auch klar, dass das noch lange keine kulturelle Sanktionierung des Plagiats bedeutet: „Das Ziel dieser Methode war die Entwicklung eines eigenen Stils. Außer im Falle absichtlicher Fälschungen wurden exakte Repliken nie als Selbstzweck betrachtet.“

(in der Bemühung um eine akzeptable Quellenangabe:
Anneke Bokern: Schwerpunkt – Lernen und imitieren. In: Designreport 2007, Ausgabe 04, S.18-19)

Auch wenn man sich dieses Bild vor Augen hält – im “echten Leben” ist es so oft Selbstzweck. Nicht jede geistige Errungenschaft ist Open Source und deshalb kann der wirtschaftliche Schaden für viele kleinere und größere Unternehmen aus einer solchen Situation heraus existenzbedrohend sein. Gestalter leben von ihren Ideen. Sollte man dann sagen: “Wir fühlen uns geehrt und in unserer Arbeit bestätigt”? Das kann jeder für sich selbst entscheiden.

Lars Harmsen (Slanted/Magma) und Marco Zichner (veloheld/neongrau) haben inzwischen über die näheren Umstände des Artikels auf Slanted gesprochen, was zum besseren Verständnis der jeweiligen Haltung beigetragen hat. Die Bedeutung und Leistung von Slanted aufgrund dieses Artikels herabzuwürdigen, sehen wir selbst als Fehler an. Carsten sagte noch zu dem Thema: “ich wollte ohnehin schon immer mal in den Slanted-Blog”.

Über Vorbilder

25. Mai 2011  |  Veröffentlicht in Politik, veloheld.

Schade eigentlich. Schade, dass es soetwas gibt: Slanted, einer der renommiertesten Blogs für Kommunikationsdesign und Typographie hat unsere Marke veloheld übel verunglimpft (Zum Artikel ->). Damit ist eines unserer “Vorbilder” gestorben, denn soetwas geht gegen jede Ehre und ist eine bittere Beleidigung. Man hat uns dort alle einzeln namentlich genannt. Der Autor selbst arbeitet bei der Agentur, welche für die Markenentwicklung der uns gut bekannten Radmarke Fixie Inc. verantwortlich ist. Recep, einen der Geschäftsführer, haben wir dazu befragt, (denn wir haben nach unserem Dafürhalten ein gutes Verhältnis) und es kam heraus, dass die Aktion nicht gewünscht und so nicht abgesprochen war. Natürlich werden wir auch nicht auf demselben Niveau zurückschlagen. Deshalb Folgendes:

Wer waren denn tatsächlich unsere Vorbilder? Carsten war früher selbst Bahnradfahrer und hatte demzufolge den unmittelbaren Bezug zum Bahnrad und wie man sich darauf fortbewegt. Er kennt die Community und die Geschichte des Sports sehr gut. Die echten Vorbilder waren die alten Helden des Radsports, die heute nicht mehr jeder kennt, die alten “Velohelden” wie Michael Hübner, Uwe Ampler oder Olaf Ludwig. Ursprünglich sollte jedes Modell den Namen eines dieser alten Herren tragen. Daher unser Name. Die Nähe zu dem Claim von Fixie Inc. ist nicht glücklich, aber wir haben in der Entwicklung unserer Firma seit jeher bewiesen, dass wir eigene und andere Wege gehen. In den USA kamen anfangs die ersten Fixies, gebaut aus alten Bahnrahmen, auf der Straße auf. Wie so häufig teilte sich das Feld der interessierten Leute in Traditionalisten und in diejenigen, die neuen Entwicklungen offen stehen. Deshalb war unsere Absicht, das Thema weitgehend unabhängig von Traditionen zu betrachten und anders zu interpretieren. Wir sind einfach und klar in Form und Farbe, interessiert an den Eigenheiten der Mobilität mit dem Rad unter allen denkbaren Umständen und arbeiten ständig an der Qualität und den technischen Details unserer Fahrräder. Mit dem radikalen, schwarz-weißen Farbschema waren wir auf der Eurobike 2007 einzigartig und sind bis heute dabei geblieben. Trotzdem ist die Farbe kein festgefahrenes Dogma…  Natürlich stoßen wir auch auf Hindernisse und verbessserungswürdige Details, die uns oft genug von einer sehr aktiven, ehrlichen, loyalen aber auch kritischen Community zugetragen werden. In dieser Auseinandersetzung sind wir voll und ganz Industriedesigner und Unternehmer. Als solchen ist uns auch bekannt, wie schmerzhaft es ist, wenn Errungenschaften von anderen übernommen werden. Das Thema mit den Drop-Outs zum Beispiel kennen wir genauso gut wie Fixie Inc. Unser Modell Lane sollte ursprünglich einmal “Avenue” heißen. Ein großartiger Name, denn er setzte unser Prinzip, jedes Rad nach dem Untergrund zu benennen, auf dem es gefahren wird, sehr gut fort. Daraufhin hat uns ein Konkurrent darauf hingewiesen, dass er Schutzrechte auf diesen Namen bereits angemeldet hat. Ist sein gutes Recht und jetzt heißt unser Modell “Lane”, was ebenso passend ist.

Was ist “vorbildhaft” für uns? Authentizität und Ehrlichkeit. Qualität und Know How. Kreativität und Leidenschaft. Das sind die Maßstäbe, die wir auch an uns selbst stellen. Wir – als Designer und als Fahrradmarke – schätzen die Arbeit unserer Konkurrenten und wir schätzen die Unterschiede. Für Verleumdung ist da kein Platz. Shame on you!

Misserfolgsstories Teil2: Ein Kunde springt ab

4. Mai 2011  |  Veröffentlicht in Methoden, Theorie, neongrau.  |  1 Comment

Das kommt bei uns nicht vor… Doch kommt es. Es gibt Konstellationen, wo die “Chemie” zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer nicht stimmt. Wir hatten gerade einen Fall, wo der Auftraggeber seinen Entwurf 1:1 realisiert haben wollte. Ganz unbescheiden gesprochen hatten wir aus unserer fachlichen, professionellen Meinung heraus, die wir auf langjährige Studien und einige gemeinsame Berufserfahrung stützen, Kritik vorzubringen. Nach unserem Dafürhalten werden wir genau dafür engagiert: Wir entwickeln kritisch aber zielgerichtet, integrativ denkend und befreit von Betriebsblindheit diejenigen Lösungen, die der Kunde sucht, aber auf die er selbst nicht kommt. Mit ihm zusammen. Dachten wir.

Ich behaupte, dass es gänzlich unmöglich ist, Dinge einfach nur umzusetzen, sei es, die Idee eines anderen in Form einer Skizze oder eines Renderings einfach nur darzustellen. Jedes nicht selbst komponierte Musikstück zu spielen oder ein Theaterstück aufzuführen ist eine Interpretation und damit eine Veränderung des Stoffes nach anderen Maßstäben (den Maßstäben der Interpreten, Musiker, Schauspieler, Regisseure, Designer, Künstler, Handwerker usw.). Sobald es eine Unklarheit im “Stoff” gibt, muss diese Lücke gegebenfalls durch den Interpreten gefüllt werden. So ist das doch bei Ideen auch. Solche Lücken sind immer die Stellen, wo es wirklich interessant wird. In der Produktgestaltung beispielsweise könnten das Verbindungen und Verschlüsse zweier Teile oder unterschiedlicher Materialien sein. Lücken sind Spielraum könnte man sagen. In der Konstruktionslehre sind “Lücken” in Kettenmaßen verpflichtend, damit eine “Toleranz” überhaupt erst vorkommen kann. Ein schönes Bild, oder?

Gestalter, findet die Lücken! Jeder wird sofort den Wert eurer Arbeit erkennen. Manchmal. Meistens.

Frau Dipl.-Des. Mandy Bartak

28. Februar 2011  |  Veröffentlicht in Projekte in Arbeit, neongrau.

In Ergänzung des letzten Artikels zur Technischen Kommunikation sei noch erwähnt, dass unser Team seit einiger Zeit um ein Mitglied reicher geworden ist: Mandy, gelernte Grafikerin und studierte Produktdesignerin entwickelt im Augenblick die Geschäftsausstattung für einen geschätzten Auftraggeber, dessen Feld es ist, Industrieunternehmen zu beraten und in wirtschaftlichen Aktivitäten zu unterstützen. Im weitesten Sinne. Um konkreter zu beschreiben, was der Kunde eigentlich leistet, braucht es noch mehr: Sätze oder Informationsgrafiken – das ist die Frage. Um solche Fragen zu erörtern und schnell zu Antworten zu kommen, nutzen wir Workshops. Zum einen verkürzt sich für uns damit die Phase der Einarbeitung, zum anderen kommen wir zusammen mit dem Kunden direkt zu Lösungsansätzen. Nebenbei lernen wir die Leute kennen.

Es begegnet uns immer wieder, dass Industrieunternehmen zwar über wertvolle Fähigkeiten und großzügige Kapazitäten verfügen, sich aber schwer damit tun, andere davon in Kenntnis zu setzen. Bei dieser Art von Projekten sind wir zwar nicht immer als Gestalter von Objekten gefordert, aber das technische Verständnis kommt uns gleichwohl zugute. Alles andere ist sorgfältiges Kommunikationsdesign. Mandy passt mit ihrer Ausbildung perfekt in diese Schnittmenge. Natürlich kann sie aber noch viel mehr >

Die Technische Kommunikation

10. Februar 2011  |  Veröffentlicht in Theorie, neongrau.  |  1 Comment

Als Industriedesigner sind wir gefordert, verschiedenartige Handlungen zu berücksichtigen, die an unseren Werken vorgenommen werden können: Da wäre zunächst die Fertigung und Montage durch einen oder verschiedene Hersteller. Alle Komponenten – ob zugekauft oder selbst produziert – müssen zueinander gefügt werden. Je nach Komplexität und Lebenszyklus sollen unter Umständen im Nachhinein bestimmte Bauteile oder Baugruppen getauscht werden können, so dass auch die Reihenfolge der Montageschritte gut strukturiert sein möchte.

Davon unabhängig ist bei vielen technischen Produkten der normale Gebrauch durch den Konsumenten. Das montierte und geschlossene “Ding”, ein Laptop oder ähnliches, verfügt über eine so unerschöpfliche Vielfalt von Funktionen, dass die inneren technischen Abläufe im Verborgenen bleiben, um den Nutzer nicht zu überlasten. Ein alter Hut: Wir können allenfalls erahnen, was im Inneren vor sich geht.. Aus Sicherheitsgründen verbieten sich zudem viele Eingriffe in die physische Struktur des Gerätes.

Daraus ergeben sich schon mehrere Personengruppen, die mit Informationen versorgt werden müssen: Hersteller, Nutzer, Servicepersonal. Jeder von ihnen ist darauf angewiesen, dass die Handgriffe spezifisch beschrieben und dargestellt sind, damit er die ihm zugedachte Aufgabe erfüllen, oder das Produkt einfach und reibungslos benutzen kann.

Interessant ist in dieser Hinsicht iFixit, wo Reparaturanleitungen für fast alle aktuellen und älteren Apple-Produkte zu finden sind. Die physische Struktur eines Macs ist so entwickelt, dass immer ganze Baugruppen getauscht werden. Das ergibt einen logistischen, ökonomischen und vor allen Dingen auch kommunikativen Vorteil. Man muss dem Servicepersonal nicht beibringen, wie es jedes noch so kleine Bauteil aus seinem Umfeld herauslöst (manche Gruppen sind so gefertigt, dass sie sich ohnehin nicht mehr zerlegen lassen). Im Grunde könnte jeder mit etwas Fingerspitzengefühl seinen Rechner selbst reparieren, wie iFixit zeigt. Vorausgesetzt es ist eindeutig und anschaulich dokumentiert.

Wer könnte dies besser tun als derjenige, der diese ganzen Abläufe strukturiert hat? Mit den CAD-Tools, mit dem Bau von Prototypen und der Herstellung von Nullserien stehen uns als Designer Hilfsmittel zur Simulation solcher Handlungsketten zur Verfügung. Und es bieten sich genug Gelegenheiten, die technische Dokumentation begleitend zu erarbeiten. Mit den Bedürfnissen von Zielgruppen und dem Erstellen aussagekräftiger Darstellungen sind wir bestens vertraut, denn das ist unser Handwerk. Bei solchen Beschreibungen hört es allerdings nicht auf. Viele andere Szenarien kommen früher oder später in unserem Arbeitsprozess vor: In welcher Abfolge wird das Produkt verpackt? Wie transportiert? Wie wird es ausgepackt? Wie entsorgt? Nicht jedes Ding kann so intuitiv sein, dass es ohne Erklärung auskommt. Auch das ist unser Job!

Herzlich Willkommen bei neongrau – Phoebe

19. Oktober 2010  |  Veröffentlicht in neongrau.

Warum denn so böse? Unsere neue Praktikantin ist doch eigentlich ganz lieb… Wir freuen uns für die nächsten 4 Monate Phoebe einige Einblicke in unseren Gestalter-Alltag zu geben.

Wir haben Ihr ein paar Fragen zum Start gestellt. Los geht’s:

Hallo Phoebe… Stell Dich mal kurz vor.

Ich bin 22, studiere im 5ten Semester integriertes Produktdesign in Coburg und suche für die nächsten 5 Monate Praxiserfahrung bei neongrau.

Und wie bist Du auf neongrau als Praxispartner gekommen?

Dass ich nicht in einer großen “Menschenmühle”  untergebracht  werden und arglistigen Praktikantenjobs nachgehen wollte, stand zu Beginn meiner Suche nach einem Praktikantenjob fest. neongrau. -klein, jung, formgut und mit einer sympathischen Crew- klang dahingegen sehr vielversprechend. Eine Existenzgründung hautnah mitzuerleben und dabei als Praktikantin nicht unterzugehen -das gefiel!

Was erwartest Du von Deinem Praktikum beim neongrau.?

Ich wünsche (!) mir vielmehr Unmengen an neuen Eindrücken aus der Design-Berufswelt, die erfolgreiche Mitwirkung an spannenden und vielseitigen Projekten und außerdem eine intensive und kritische Auseinandersetzung mit mir und meinen bisher erworbenen Fähigkeiten und Defiziten. Am Ende des Praktikums möchte ich gerne sagen können: “Produktdesign: gerne! und bitte mehr!”

Zu guter Letzt wollen wir natürlich von Dir wissen, was aus Deiner Sichtweise “Gutes Design” bedeutet.

Gut und überzeugend kann sein, was nicht protzig, nachgemacht, undurchdacht, inkonsequent, kurzweilig, oberflächlich, verschwenderisch, in erster Linie Profitorientiert oder überflüssig ist.

Ausprobieren #1

22. Juli 2010  |  Veröffentlicht in Licht + Architektur, Versuche, experimentell

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns intensiv mit Architekturbeleuchtung und Medienfassaden sowie deren interaktiver Steuerung. Doch wie schon bei der Entwicklung zu den play.fassadenleuchten kann man Licht und seine Wirkung nicht mal so eben auf einem Blatt skizzieren. Theoretisch sind Größen wie Leuchtstärke, Leuchtdichte, Pixelpitch, etc. berechenbar, ja sogar mit genügend Zeit und Software planbar. Andere Einflussfaktoren wiederum liegen völlig im subjektiven und damit wenig vorhersehbaren Blick des Betrachters. Besonders bei fassadengroßen Lichtanimationen, wie wir sie derzeit gemeinsam mit intolight entwickeln, gilt es auf dem schmalen Grat zu bleiben, der zwischen subtilem und ansprechendem Motiondesign und unansehnlichem »Lichtsmog« liegt. Hier gibt es keine Kennwerte, keine Vorgaben, keine allgemeinverbindlichen Tabellenbücher. Der einzige Weg führt über den Test. Denn erst im Probeaufbau mit allen Komponenten zeigen sich die Tücken aber auch die Potentiale des Gesamtprojektes. Das Zusammenspiel von Software, Programmierung, Hardware und eben der eigenen Gestaltung bringt besonders im interdisziplinären Team rasche und zudem belastbare Erkenntnisse und Erfolge. Was einmal aus den Fassadenplatten werden wird, die wir hier testweise mit LED-Pixeln bestücken, darauf darf man gespannt sein.

Ihr Jungs … wir Männer?

30. Juni 2010  |  Veröffentlicht in neongrau.  |  1 Comment

Früher wurden wir an der Tür unseres Büros häufiger gefragt, ob man doch bitte mal den Chef sprechen könne. “Steht vor Ihnen.” Kleider machen Leute. Vor allen Dingen aber macht der Umgangston die Musik. Der ist bei uns offensichtlich recht locker. Das merken wir daran, dass sich die Leute bei uns wohl fühlen. Manchmal könnte der Eindruck entstehen, dass hier nicht wirklich hart gearbeitet wird. Die Gratwanderung besteht immer zwischen einem “natürlichen” Tonfall und sachlicher, kompetenter Argumentation. Zwischen angemessen gekleidet aber nicht verkleidet sein. Zwischen jugendlicher Motivation / jugendlichem Antrieb aber nicht naiv und blind sein. Noch zum Thema Kleidung: Sobald man mit Kunden zu tun hat, muss die Kleidung stimmen. Zum Leidwesen aller Männer ist im geschäftlichen Umfeld die kurze Hose nicht zugelassen (im Auge einiger Leute wohl auch im privaten Bereich…). Es hieß von irgendjemandem – der Urheber kann sich hier gern zu Wort melden – dass es schlicht ein Zeichen des Respekts für den Gegenüber ist, dass man eine ordentliche (selbstverständlich lange) Hose, ein Hemd und ein paar geputzte Schuhe trägt. Dann dürfen es auch Sneaker sein. Wir sind Designer, das verzeiht man uns.

Das “lab” im Keller

20. Mai 2010  |  Veröffentlicht in Projekte in Arbeit, Tangible User Interface, experimentell

Seit langem schwebte uns vor, die Entwurfstechnik des Tape-Renderings auszubauen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, dass man direkt mit Markern auf das fertige Tape zeichnet. Das täten am besten die Kollegen von Cromatics im Rahmen ihres Paintclubs.

Da wir selbst leider keine begnadeten Street-Art-Künstler sind, müssen wir uns mit erheblich mehr Technik behelfen. Das Set-Up, das wir nun in den Werkstatt-Keller schleppen, besteht aus einem Beamer mit sehr langem Kabel, einem Laptop, einem Wacom-Sketchboard und einem halbfertigen Tape-Rendering. Zwischen Fahrradteilen und Werkzeugen befestigen wir das Tape an der Decke und stabilisieren es mit zwei Dachlatten. Der Beamer steht auf dem Werkzeug-Wagen. Er projiziert von der Rückseite auf das Tape-Rendering, wie auf eine gewöhnliche Rückprojektionsfolie. Den eigentlichen Arbeitsplatz müssen wir schon im Gang vor der Tür einrichten, da sonst nicht genügend Platz in dem Raum ist. Auf einem kleinen Tisch wird alles verkabelt und wir können loslegen. Alle Lichter aus.

Martin schiebt noch den Beamer hin und her, während ich auf dem Laptop eine Bilddatei einrichte, die das gesamte Tape ausleuchtet. Ich sitze auf einem Block aus Blauschaum, den Martin als Sitzgelegenheit besorgt hat. Das Labor muss improvisiert sein. Mit dem Wacom testen wir nun diverse Werkzeuge und Einstellungen aus. Wir haben zu lange nicht mit dem Sketchboard gearbeitet.. Dennoch: es funktioniert gut und wir können sehr einfach Texturen, Oberflächen, Reflexe und Farben auf unserem VW Golf ausprobieren. Besonders das schnelle Variieren ist ein Vorteil dieses Aufbaus.

Aber irgendetwas fehlt uns noch hier. Das schöne an der Technik des Tape-Renderings ist eigentlich die großzügige Bewegung des Körpers und der direkte Kontakt zur Arbeitsoberfläche. Wie also könnte eine Mischform aussehen? Wie kann man die Vorteile des Bildbearbeitungsprogramms nutzen und dennoch direkt an der Folie arbeiten? Ein Tangible User Interface vielleicht? Das müssen wir allerdings erst noch mit den Kollegen von intolight entwickeln. Es geht also weiter. Vielleicht schafft es dieses Kellerexperiment sogar in höhere Etagen aufzusteigen, wenn wir hoffentlich bald wieder von einem deutschen Autokonzern angerufen werden, um “Das Auto.” zu kleben.

Misserfolgsstories Teil1: Die maßgeschneiderte Präsentation

8. April 2010  |  Veröffentlicht in Projekte in Arbeit, Theorie, neongrau.  |  2 Comments

Zu einer Kundenpräsentation, sei es für die Akquise oder zur Vorstellung der geleisteten Arbeit, stellt sich immer die Frage, wer einem da gegenübersitzt. Man ist gut beraten, sich vorher darüber zu informieren,  in welchen Positionen diejenigen Personen sitzen und ob deren Anwesenheit sichergestellt ist.

Bei unserer letzten Präsentation waren wir davon ausgegangen, dass die wesentlichen Entscheidungsträger am Tisch sitzen und unserer Arbeit mit Wohlwollen begegnen würden. Stattdessen hatten wir jemanden vor uns, der über den fortgeschrittenen Arbeitsstand keineswegs informiert war, der unter Zeitdruck stand und der den Raum durch seinen Chef-Habitus vollständig dominiert hat. Da war es vorbei mit der maßgeschneiderten Präsentation und der sorgfältig geplanten Dramaturgie, an derem Höhepunkt für uns eigentlich allgemeines Kopfnicken und Händeschütteln stehen sollte.

Gibt es soetwas wie eine universelle Präsentation, die für jedes Publikum gleichermaßen funktioniert? Vermutlich nicht, aber ein paar Gedanken könnten hilfreich sein. Dazu findet sich ein guter Artikel auf unserer Lieblingsseite Core77:  9 tips for giving “a presentation that kills” von Carl Alviani. Ein zweiter Link zum selben Artikel ist hier. Der Text enthält essentielle Hinweise zum Präsentieren und sagt auch einiges über die gerade von mir angesprochenen Punkte aus: man kann nicht davon ausgehen, dass einem die Leute freudestrahlend einen Koffer voller Geldscheine hinstellen werden, nur weil man der junge Kreative ist. Gerade das Alter stellt für uns oft eine Hürde dar. Hier noch einige Ergänzungen von mir:

Die Schwierigkeit scheint darin zu liegen, dass man seine Arbeitsergebnisse wirklich kurz und präzise auf den Punkt bringt. Dabei sollte man durchaus riskieren, einigen Leuten die Kernpunkte bereits zum zweiten oder dritten mal zu erläutern, wenn noch nicht alle Anwesenden auf dem aktuellen Kenntnisstand sind. Denjenigen, die das Konzept schon kennen, verhilft diese Wiederholung möglicherweise zu einem besseren Verständnis oder ist zumindest eine Gedankenstütze. Anfangen sollte man mit dem Gesamtkonzept. Wenn es überzeugt, können die Details erläutert werden. Auf diese Weise schafft man sich zeitlich Flexibilität nach hinten. Es kommt manchmal vor, dass schon während der ersten paar Sätze Fragen gestellt werden, während bei anderen Präsentationen bis zum Ende nicht eine einzige Wortmeldung aufkommt. Wenn dann die Substanz schon aufbraucht ist, kann es peinlich werden. Es ist wie bei einem Konzert, in dem guten Songs erst als Zugaben gespielt werden. Also ruhig ein paar (zweitrangige) Fakten und Detaillösungen für die Fragerunde aufheben.

All dies war bei unserem letzten Termin nicht drin. Doch manchmal hat man in einem Raum mehr Verbündete, als man denkt. So war zwar die gesamte Präsentation überhaupt nicht auf das Publikum abgestimmt (und könnte für sich betrachtet als Misserfolg gewertet werden), aber am Ende ging der Daumen trotz aller Skepsis nach oben. Das allein zählt manchmal. Dank an die Verbündeten.

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Mai 25, 2011
Über Vorbilder

by David | Read | No Comments

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Mai 4, 2011
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Feb 28, 2011
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by David | Read | No Comments

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Feb 10, 2011
Die Technische Kommunikation

by David | Read | 1 Comment

Als Industriedesigner sind wir gefordert, verschiedenartige Handlungen zu berücksichtigen, die an unseren Werken vorgenommen werden können: Da wäre zunächst die Fertigung und Montage durch einen oder verschiedene Hersteller. Alle Komponenten – ob zugekauft oder selbst produziert – müssen zueinander gefügt werden. Je nach Komplexität und Lebenszyklus sollen unter Umständen im Nachhinein bestimmte Bauteile oder Baugruppen [...]


Okt 19, 2010
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by Carsten | Read | No Comments

Warum denn so böse? Unsere neue Praktikantin ist doch eigentlich ganz lieb… Wir freuen uns für die nächsten 4 Monate Phoebe einige Einblicke in unseren Gestalter-Alltag zu geben.
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Hallo Phoebe… Stell Dich mal kurz vor.
Ich bin 22, studiere im 5ten Semester integriertes Produktdesign in Coburg und [...]


Jul 22, 2010
Ausprobieren #1

by Martin | Read | No Comments

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns intensiv mit Architekturbeleuchtung und Medienfassaden sowie deren interaktiver Steuerung. Doch wie schon bei der Entwicklung zu den play.fassadenleuchten kann man Licht und seine Wirkung nicht mal so eben auf einem Blatt skizzieren. Theoretisch sind Größen wie Leuchtstärke, Leuchtdichte, Pixelpitch, etc. berechenbar, ja sogar mit genügend Zeit und Software planbar. [...]


Jun 30, 2010
Ihr Jungs … wir Männer?

by David | Read | 1 Comment

Früher wurden wir an der Tür unseres Büros häufiger gefragt, ob man doch bitte mal den Chef sprechen könne. “Steht vor Ihnen.” Kleider machen Leute. Vor allen Dingen aber macht der Umgangston die Musik. Der ist bei uns offensichtlich recht locker. Das merken wir daran, dass sich die Leute bei uns wohl fühlen. Manchmal könnte [...]


Mai 20, 2010
Das “lab” im Keller

by David | Read | No Comments

Seit langem schwebte uns vor, die Entwurfstechnik des Tape-Renderings auszubauen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, dass man direkt mit Markern auf das fertige Tape zeichnet. Das täten am besten die Kollegen von Cromatics im Rahmen ihres Paintclubs.
Da wir selbst leider keine begnadeten Street-Art-Künstler sind, müssen wir uns mit erheblich mehr Technik behelfen. Das Set-Up, das wir [...]


Apr 8, 2010
Misserfolgsstories Teil1: Die maßgeschneiderte Präsentation

by David | Read | 2 Comments

Zu einer Kundenpräsentation, sei es für die Akquise oder zur Vorstellung der geleisteten Arbeit, stellt sich immer die Frage, wer einem da gegenübersitzt. Man ist gut beraten, sich vorher darüber zu informieren,  in welchen Positionen diejenigen Personen sitzen und ob deren Anwesenheit sichergestellt ist.
Bei unserer letzten Präsentation waren wir davon ausgegangen, dass die wesentlichen Entscheidungsträger [...]


Mrz 22, 2010
Lisa…

by Carsten | Read | 1 Comment

Wir dürfen vorstellen – unsere neue neongrau. Mitarbeiterin, Lisa.
Sie wird neongrau. die nächsten 20 Wochen im Rahmen eines Praktikums unterstützen. Um sie etwas besser kennen zu lernen, haben wir ihr einige kurze Fragen gestellt.
1. Hallo Lisa… Stell Dich mal kurz vor.
Hallo, mein Name ist Lisa und ich bin die neue neongrau. Praktikantin. Ich studiere an [...]


Feb 15, 2010
Über den Pitch

by David | Read | 2 Comments

Die einzig passende Definition auf Wikipedia für die Art von Pitch, um die es hier gehen soll, beschreibt den Agenturpitch. Demnach dient der Pitch einem Unternehmen als Entscheidungshilfe, welcher Werbeagentur es seinen Etat zur Verfügung stellen soll. Dafür erhält es in einem bestimmten Rahmen eine Bandbreite von Ideen zu unterschiedlichen Kommunikationsstrategien. Die Plattform Werbeagentur.de gibt [...]


Feb 7, 2010
neongrau im design report 1/10

by Carsten | Read | No Comments

Wow, da haben wir uns aber gefreut. Unser erster Beitrag in einem der großen Design Magazine im deutschsprachigen Raum, dem design report.
Auf Seite 50 werden wir in der Rubrik “Newcomer” unter dem Titel “Velohelden mit ganzheitlichen Ansatz” vorgestellt. Unser Team wird hier auf zwei Seiten mit einigen Darstellungen und Informationen über vergangene und aktuellen Projekte [...]


Feb 1, 2010
An einem Tisch

by David | Read | 2 Comments

Wir fragen uns häufig, wie sich unsere Arbeit noch effektiver organisieren lässt. Dabei stellt sich seit jeher die Frage der “Institutionalisierung” solcher Maßnahmen. Was sich sperrig anhört, ist für kreative Arbeit so unglaublich wichtig. Zum einen braucht es oftmals Zeit, damit sich gute Ideen entwickeln können und man stolpert dabei ständig über seinen Drang, alles [...]


Jan 28, 2010
„Wir gestalten Dresden” und zeigen Courage

by Carsten | Read | No Comments

Gemeinsam mit mehreren Dresdner Werbe- und Designagenturen zeigen auch wir am 13. Februar Flagge gegen Krieg und Extremismus am 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens. Die Aktion “Wir gestalten Dresden” wurde am Jahresanfang von der Werbeagentur Oberüber | Karger ins Leben gerufen und soll auch über darüber hinaus ein Engagement der Kreativen für Dresden als Lebensmittelpunkt, [...]


Jan 25, 2010
neongrau. im neuen Büro

by Carsten | Read | No Comments

Nach extrem langer Vorbereitungszeit (lieber Herr Vermieter) konnten wir nun in unser neues Büro einziehen. Endlich haben wir einen riesigen Arbeitsraum mit einer eigenen Bibliothek für Bücher und Materialproben, einen eigenen Besprechungsraum und ganz wichtig eine super ausgestattete Küche…

Der Einblick in das Arbeitszimmer ist noch etwas “ungemütlich” – wird sich aber mit der Zeit noch [...]

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neongrau.lab gibt Einblicke in die Arbeit von neongrau aus den Bereichen Produktdesign, Interaction Design und Design Thinking im Allgemeinen…

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