
Zu einer Kundenpräsentation, sei es für die Akquise oder zur Vorstellung der geleisteten Arbeit, stellt sich immer die Frage, wer einem da gegenübersitzt. Man ist gut beraten, sich vorher darüber zu informieren, in welchen Positionen diejenigen Personen sitzen und ob deren Anwesenheit sichergestellt ist.
Bei unserer letzten Präsentation waren wir davon ausgegangen, dass die wesentlichen Entscheidungsträger am Tisch sitzen und unserer Arbeit mit Wohlwollen begegnen würden. Stattdessen hatten wir jemanden vor uns, der über den fortgeschrittenen Arbeitsstand keineswegs informiert war, der unter Zeitdruck stand und der den Raum durch seinen Chef-Habitus vollständig dominiert hat. Da war es vorbei mit der maßgeschneiderten Präsentation und der sorgfältig geplanten Dramaturgie, an derem Höhepunkt für uns eigentlich allgemeines Kopfnicken und Händeschütteln stehen sollte.
Gibt es soetwas wie eine universelle Präsentation, die für jedes Publikum gleichermaßen funktioniert? Vermutlich nicht, aber ein paar Gedanken könnten hilfreich sein. Dazu findet sich ein guter Artikel auf unserer Lieblingsseite Core77: 9 tips for giving “a presentation that kills” von Carl Alviani. Ein zweiter Link zum selben Artikel ist hier. Der Text enthält essentielle Hinweise zum Präsentieren und sagt auch einiges über die gerade von mir angesprochenen Punkte aus: man kann nicht davon ausgehen, dass einem die Leute freudestrahlend einen Koffer voller Geldscheine hinstellen werden, nur weil man der junge Kreative ist. Gerade das Alter stellt für uns oft eine Hürde dar. Hier noch einige Ergänzungen von mir:
Die Schwierigkeit scheint darin zu liegen, dass man seine Arbeitsergebnisse wirklich kurz und präzise auf den Punkt bringt. Dabei sollte man durchaus riskieren, einigen Leuten die Kernpunkte bereits zum zweiten oder dritten mal zu erläutern, wenn noch nicht alle Anwesenden auf dem aktuellen Kenntnisstand sind. Denjenigen, die das Konzept schon kennen, verhilft diese Wiederholung möglicherweise zu einem besseren Verständnis oder ist zumindest eine Gedankenstütze. Anfangen sollte man mit dem Gesamtkonzept. Wenn es überzeugt, können die Details erläutert werden. Auf diese Weise schafft man sich zeitlich Flexibilität nach hinten. Es kommt manchmal vor, dass schon während der ersten paar Sätze Fragen gestellt werden, während bei anderen Präsentationen bis zum Ende nicht eine einzige Wortmeldung aufkommt. Wenn dann die Substanz schon aufbraucht ist, kann es peinlich werden. Es ist wie bei einem Konzert, in dem guten Songs erst als Zugaben gespielt werden. Also ruhig ein paar (zweitrangige) Fakten und Detaillösungen für die Fragerunde aufheben.
All dies war bei unserem letzten Termin nicht drin. Doch manchmal hat man in einem Raum mehr Verbündete, als man denkt. So war zwar die gesamte Präsentation überhaupt nicht auf das Publikum abgestimmt (und könnte für sich betrachtet als Misserfolg gewertet werden), aber am Ende ging der Daumen trotz aller Skepsis nach oben. Das allein zählt manchmal. Dank an die Verbündeten.