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Das “lab” im Keller

20. Mai 2010  |  Veröffentlicht in Projekte in Arbeit, Tangible User Interface, experimentell

Seit langem schwebte uns vor, die Entwurfstechnik des Tape-Renderings auszubauen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, dass man direkt mit Markern auf das fertige Tape zeichnet. Das täten am besten die Kollegen von Cromatics im Rahmen ihres Paintclubs.

Da wir selbst leider keine begnadeten Street-Art-Künstler sind, müssen wir uns mit erheblich mehr Technik behelfen. Das Set-Up, das wir nun in den Werkstatt-Keller schleppen, besteht aus einem Beamer mit sehr langem Kabel, einem Laptop, einem Wacom-Sketchboard und einem halbfertigen Tape-Rendering. Zwischen Fahrradteilen und Werkzeugen befestigen wir das Tape an der Decke und stabilisieren es mit zwei Dachlatten. Der Beamer steht auf dem Werkzeug-Wagen. Er projiziert von der Rückseite auf das Tape-Rendering, wie auf eine gewöhnliche Rückprojektionsfolie. Den eigentlichen Arbeitsplatz müssen wir schon im Gang vor der Tür einrichten, da sonst nicht genügend Platz in dem Raum ist. Auf einem kleinen Tisch wird alles verkabelt und wir können loslegen. Alle Lichter aus.

Martin schiebt noch den Beamer hin und her, während ich auf dem Laptop eine Bilddatei einrichte, die das gesamte Tape ausleuchtet. Ich sitze auf einem Block aus Blauschaum, den Martin als Sitzgelegenheit besorgt hat. Das Labor muss improvisiert sein. Mit dem Wacom testen wir nun diverse Werkzeuge und Einstellungen aus. Wir haben zu lange nicht mit dem Sketchboard gearbeitet.. Dennoch: es funktioniert gut und wir können sehr einfach Texturen, Oberflächen, Reflexe und Farben auf unserem VW Golf ausprobieren. Besonders das schnelle Variieren ist ein Vorteil dieses Aufbaus.

Aber irgendetwas fehlt uns noch hier. Das schöne an der Technik des Tape-Renderings ist eigentlich die großzügige Bewegung des Körpers und der direkte Kontakt zur Arbeitsoberfläche. Wie also könnte eine Mischform aussehen? Wie kann man die Vorteile des Bildbearbeitungsprogramms nutzen und dennoch direkt an der Folie arbeiten? Ein Tangible User Interface vielleicht? Das müssen wir allerdings erst noch mit den Kollegen von intolight entwickeln. Es geht also weiter. Vielleicht schafft es dieses Kellerexperiment sogar in höhere Etagen aufzusteigen, wenn wir hoffentlich bald wieder von einem deutschen Autokonzern angerufen werden, um “Das Auto.” zu kleben.

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